 Pablo Picasso The Absinthe Drinker, 1901
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Den Spitznamen 'La Fée Verte' (die grüne Fee) - bekam das Getränk nach seiner Erfindung durch Dr. Pierre Ordinaire im Jahre 1792 - es wird assoziiert mit Magie, Mythologie und provokativ berauschenden Frauenfiguren.
Schon lange wurden dem Wermut magische Kräfte zugesprochen und das half, das neue Gebräu von Dr. Ordinaire bekannt zu machen und erhöhte die Beliebtheit und den magischen Ruf des Absinth.
Die Pflanze war schon seit Jahrhunderten bekannt (die Ägypter nannten sie Saam) und Dr. Ordinaire benutzte eventuell ein altes Rezept der Schwestern Henriod vom Beginn des 18. Jahrhunderts. 1805 wurde dann durch Henri-Louis Pernod in Pontarlier, Frankreich, die Pernod-Fils Absinth Gesellschaft gegründet.
 Manet The Absinthe Drinker, 1859
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Die Beliebtheit des Getränks breitete sich aus, als französische Truppen es als Präventiv-Medikament gegen Fieber während ihrer Kämpfe in Algerien 1844 - 1847 benutzten.
In den Jahren von 1880 - 1914 erreichte Absinth seinen absoluten Höhepunkt, eine Periode, die 'the great collective binge' (das kollektive Saufgelage) genannt wurde. Der Drink ist ein Symbol für 'das Pariser laissez-faire'. 1874 komsumierten die Franzosen 700.000 Liter Absinth, 1910 stieg der Verbrauch sogar auf 36 Millionen Liter pro Jahr!
Absinth wurde auch nach New Orleans exportiert, wo es sehr schnell extrem beliebt wurde, aber die amerikanische Freude an der grünen Fee war nur von kurzer Dauer, denn 1912 wurde das Getränk in den Staaten verboten.
Der Bann folgte auf die Verbote in Holland, Belgien, Brasilien und anderen Ländern. Frankreich verbot Absinth 1915 nach einer langen Reihe von Debatten, aber das Getränk war so beliebt, dass es bis weit in die 20er und 30er weiterverkauft wurde (teilweise in getarnter Form, am ungewöhnlichsten war wohl der Verkauf in Haar-Tonic-Flaschen). 1923 wurde Absinth dann auch in Deutschland verboten.
Absinth und die Behörden
 Albert Maignan The Green Muse, 1895
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Die Verbote wurden hauptsächlich mit der damals hohen Konzentration des Nervengiftes Thujon im Wermut begründet, dieses soll Halluzinationen und Wahnvorstellungen hervorgerufen haben. So soll sich Van Gogh im Absinthrausch sein Ohr abgeschnitten haben und der Dichter Paul Verlaine soll seinen Freund, den Dichter Rimbaud, unter dem Einfluss von Absinth niedergeschossen haben. Die Gerüchteküche weiss auch zu berichten, dass einem spätestens nach dem dritten Glas Absinth die grüne Fee erscheinen soll...
Erst vor 2 Jahren wurde das Verbot von Absinth in den EU-Staaten durch eine EU-Verordnung aufgehoben. Die Höchstmenge der Substanz Thujon ist jetzt streng begrenzt, so dass jeder Absinth heute ohne Angst vor unerwünschten Nebenwirkungen geniessen kann - ausser denen, die alkoholische Getränke im allgemeinen aufweisen, natürlich. Ausserdem wird der Absinth von Marí Mayans sowieso vollkommen pflanzlich hergestellt.
In Spanien und Grossbrittanien war es übrigens niemals illegal, Absinth zu trinken oder zu verkaufen.
Absinth und die Künste
In 'Wem die Stunde schlägt' schreibt Ernest Hemingway: ...ein Glas ersetzte die Zeitung in all den Abenden in den Cafés, und die Kastanienbäume, die jetzt in diesem Monat blühen...
Oscar Wilde fügte hinzu:
Im ersten Stadium ist es wie ordinäres Trinken, im zweiten beginnst Du monströse und grausame Dinge zu sehen, aber wenn Du dann weiter durchhältst, wirst Du das dritte Stadium erreichen, in dem Du die Dinge sehen kannst, die Du sehen willst, wundervolle seltsame Dinge.
Im weiteren erzählt Wilde, wie man sich in diesem dritten Stadium Tulpen vorstellt und gleichzeitig fühlt, wie einem diese gegen die Schienbeine streichen.
 Degas L'Absinthe 1876
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Diejenigen, die mehr daran interessiert waren, sich gegen die Autoritäten aufzulehnen, identifizierten Absinth mit 'Gegenkultur'. Absinth ist eingebunden und wird schwärmerisch dargestellt in künstlerischen Werken und Schriften von Van Gogh, Verlaine, Rimbaud, Baudelaire, Oscar Wilde, Ernest Hemingway, Picasso und vielen anderen. Es scheint fast so, als ob kein Künstler, der im Zeitalter des 'grossen Saufgelages' gelebt hat, nicht die Wirkungen des Absinth genossen hat. Alle diese Künstler standen für einen alternativen Lebensstil.
Degas berühmtes Gemälde 'L'Absinthe' (1876) zeigt zwei verloren aussehende Café-Besucher, die zerzaust hinter ihren opalin glänzenden Gläsern sitzen. Obwohl er auf diesen Bildern zumeist Schauspieler darstellte, führten diese später zu einer regelrechten Frankophobie in England.
Manet wagte es, einen Obdachlosen mit Absinth zu malen, Titel des Gemäldes war 'Der Absinth-Trinker' (1859). Der Mann lehnt an einer Mauer, mit leerem Blick und in Lumpen gehüllt.
 Van Gogh Absinthe Glass and Decanter, 1885
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Auch Van Gogh (er lernte Absinth durch Toulouse-Lautrec und Gauguin kennen) hielt viele seiner Werke in Ocker und hellem Grün, den Farben des Absinth. Und auf einigen ist die Bar zu sehen, in der Van Gogh Absinth trank, oder er selbst mit einem Glas des Aperitifs in der Hand.
Absinth wurde auch wegen des gegenkulturellen, revolutionären Aspekts des Getränks verboten; das Getränk galt als 'Symbol des Bohemien-Geistes', es hatte seinen eigenen Ruf, der die Wissenden anzog und die Unwissenden abschreckte.
Absinth erfreut sich heutzutage wieder einer steigenden Beliebtheit. An vorderster Front dieses Wachstums steht der Absinth von Marí Mayans, der sich als der schmackhafteste etabliert hat und als derjenige, der die lange Geschichte des Drinks am interessantesten widerspiegelt.
Absinth und die Literatur
"For me, my glory is but a humble ephemeral absinthe
drunk on the sly, with fear of treason
and if I drink no longer,
it is for good reason!"
Paul Verlaine
Absinthe, mother of insane rages and staggering drunkenness, where one can say without thinking oneself mad that one is loved by one's mistress.
Absinthe, your fragrance soothes me...
Gustave Kahn
Who brought you into this world, and ever since,
a tender mother,
Standing you double stead in this bitter life,
Has always drunk the absinthe and left the
honey for you.
Victor Hugo
"Let me be mad ...
mad with the madness of Absinthe,
the wildest, most luxurious
madness in the world."
Wormwood: A Drama of Paris Marie Corelli, 1890
But in the end she is as bitter as wormwood, And as sharp as a two-edged sword.
Bible: Proverbs 5:4
[ Vielen Dank an www.absenta.com für die Texte ]
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